Holz vor de Hütten!

So lautete das Motto unserer letzten Bauaktion vor 2 Wochen. Seit wir vor über 3 Jahren angefangen haben das Haus umzubauen sammelte sich hier Häufchen für Häufchen an Holz. Aus diesem Häufchen wurde ein Megahaufen. Unglaublich hübsch dieses „Bauwerk“ im Garten stehen zu haben.  Ihr könnt es euch vorstellen… Nunja, heutzutage kann man ja alles als Kunst betiteln… Warum nicht auch unseren kunstvoll aufgeschichteten Holzhaufen?
Kunstvoll in den Keller gesunken ist auch meine Laune gerade. Ich wollte mich eben an den Blogpost setzen, schnapp mir meine Kamera, hol die Karte raus und setz sie in den PC ein und wunderte mich schon, warum mir der Name der Karte in Kästchen und komischen Zeichen angezeigt wird. Einen Klick später stand mir der Mund offen. Alle Bilder sind weg! Die ganze Holzaktion war da drauf, unser Garagen-Bau-Projekt, die Flugshow von der ILA von vor ein paar Tagen. Alles weg! Der Mann hat noch versucht zu retten was zu retten ist, aber da ist gähnende Leere…
Mit runtergezogenen Mundwinkeln und Bocklaune einen Blogeintrag zu schreiben ist auch nicht toll, von daher sprüh ich einmal Herzchenglitzer durch die Gegend und atme tief durch. Es gibt schlimmeres. Und da ich sowieso immer mit Handy und Kamera unterwegs bin, kann ich euch jedenfalls ein paar Vorher/Nachher Bilder zeigen. Zwar nicht so schön wie ich sie gerne hätte, aber so isset nunmal! 
Zurück zum Wesentlichen: 
Dieser verrückte Holzhaufen hat mittlerweile locker eine Fläche von geschätzt 5×6 m eingenommen, war Lieblingsspielplatz sämtlicher Katzen in der Umgebung, hat Unterschlupf für 24.849 Spinnen, 588.392 Insekten und 84.145 Schnecken geboten, war eine Zeit lang mehr als gehasst, eine Zeit lang komplett ignoriert und zum Schluss Störfaktor Nummer 1!
Hier habt ihr mal das einzig übrig gebliebene Vorher-Foto. Das braunblättrige vorne rechts/mittig ist übrigens ein Kirschbaum mit einer ungefähren Höhe von 5 Metern. Nur mal so als Anhaltspunkt. Der Haufen sieht hier finde ich relativ klein aus, liegt aber auch daran, dass die Natur netterweise versucht hat, den grauenhaften Anblick etwas zu tarnen. Zusätzlich habe ich auch noch aus dem oberen Stock fotografiert. So viel „schön reden“ hat das blöde Holz gar nicht verdient.

Mitte Mai haben wir beschlossen dem Gewüst ein Ende zu setzen. Da wir unmöglich so viel Holz verbrennen konnten und auch teilweise Holz dabei war, was nicht verbrannt werden durfte, war klar, dass wir einen Container bestellen würden. Nur wie groß? Und vor allem wo?
Wir schwankten zwischen 5 und 7 Kubik, aber wollten dann letztendlich lieber einen 7 Kubik Container haben. Falls danach noch Platz ist, wär es nicht so ärgerlich, als wenn wir einen vollen Container und einen vollen Garten hätten. Wenn wir da schon gewusst hätten was noch auf uns zu kommt…
Nachdem die Größe fest stand, ging es an die Firmensuche. Die Preise bei Containern schwanken unglaublich. Zwischen 180-430 € für ein und die selbe Containergrösse sind da keine Seltenheit.  Also hieß es durchtelefonieren und Preise erfragen. Letztendlich habe ich mir eine Liste erstellt, abgearbeitet und den für uns passenden Container hierüber gefunden. Wir bekamen sogar einen 8 Kubik Container. Großartig! Ich plante in Gedanken noch ein paar Bäume nebenbei zu fällen und gleich mit zu entsorgen.
Der Container kam pünktlich, die angeforderte Freunde-Helfer-Mannschaft trudelte auch zum verabredeten Zeitpunkt auf einem Samstag ein und da wir eine super eingespielte Truppe sind, ging die Arbeit auch gleich ohne großen Zeitverlust mit viel Spass und super Sonnenschein los. 

Das kleine Lagerfeuer haben wir um halb 12 vormittags angezündet und es brannte bis 21 Uhr durch. Ich glaub wir haben nicht wirklich viel verbrannt im Gegensatz zu dem was noch da lag, aber irgendwie war es passend zur Situation. Auch mit prallem Sonnenschein und schwitzenden Gesichtern.
Dank der wie immer fleißigen Truppe – aufgeteilt in Sägemännleins, Schubkarrenmännleins, Trägermännleins und Helferleins an jeder Stelle – ging die Arbeit mehr als zügig voran. Der Container füllte sich, der Berg wurde dafür gefühlt nicht leerer. Und ich ahnte es schon… dieser 8 Kubik (habt ihr einen Plan wie viel das eigentlich ist???) war zu klein… 
Wir standen also irgendwann vor einem prall gefüllten Container und einem riesigen Berg Holz im Garten. Ich wollte weinen. Oder einfach den Holzberg anzünden, oder weghexen, oder in die Luft jagen, jedem Helferlein ein Stücken Holz heimlich in die Tasche schmuggeln, unseren Sandweg einfach komplett mit Holz pflastern, eine Arche Noah bauen… Männe kam dann auf die Idee sich den Sprinter von einem Freund zu leihen, diesen randvoll zu machen und das restliche Holz damit zur BSR zu fahren. Gesagt getan!
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam das Holz-Sprinter-Kommando dann wieder. Mit vollem Sprinter! Die Annahmestelle hat das Holz nicht genommen…. Männe wurde immer stiller und ich sah wie wütend er war. Denn jetzt hieß es wieder alles ausladen und irgendwie noch auf den Container basteln.
Wir machten aber alle das Beste aus der Situation, rauften noch mal unsere letzten Kräfte zusammen und haben den restlichen Berg an Holz sortiert nach Brennholz und Holz, was noch abgegeben werden muss. Nach 5 oder 6 Stunden Plackerei war dann endlich Feierabend und wir haben den Grill angeschmissen. Mehr als verdient! Wir sind zwar nicht den ganzen Holzhaufen losgeworden, aber einen Großteil. Und diesen Großteil hätten wir alleine einfach nicht in so kurzer Zeit geschafft. Von daher freuen wir uns trotzdem riesig über diesen Erfolg. Der Rest ist zum größten Teil eh nur noch Brennholz, wo wir demnächst auch noch mal ein paar dankbare Abnehmer glücklich machen können. Also hatte doch alles in allem ein Happy End.
Hier habt ihr mal einen direkten Vorher/Nachher Vergleich. Deutlicher krieg ich es leider nicht hin, alle anderen Bilder sind ja im Bilderhimmel oder machen sonst wo Ferien… 

Auch wenn noch eine Menge da liegt, ist ca. 3/4 des Berges verschwunden und ich hab endlich wieder ein wenig Garten. Hach! Hier rechts auf dem Bild unter der Folie ist übrigens noch ein kleiner Berg Styropor… Ich möchte schreien!

Den Rest schaffen wir auch noch. Und wenn noch ein voller Sprinter Brennholz abgeholt wird, wird der Rest ordentlich gestapelt an die hintere Baumreihe und dann sieht das alles auch nicht mehr so wüst aus. Wirklich viel werden wir dieses Jahr nicht mehr im Garten machen, denn es lohnt sich nicht. Zumal wir alle Energie in den Rest vom Haus stecken wollen. In 4 Wochen (oh Gott die Zeit rennt!) haben wir wieder 2 Wochen Urlaub. Da werden wir das Bad von Muddan komplett bis auf die Grundmauern rausreißen und erneuern. Das wird wieder eine extreme Zeit, aber ich freu mich drauf, denn so hart die 2 Wochen dann auch sind, umso mehr Fortschritte machen wir und kommen unserem Ziel das Haus bis Weihnachten fertig zu stellen wieder ein großes Stück näher.
Der Garten ist dann nächstes Jahr im Frühling unser neues „Bauprojekt“. Bis dahin hätten wir noch die ein oder andere Holzpalette abzugeben 😉

2 Gedanken zu „Holz vor de Hütten!

  1. Sarah

    da wir ja auch gerade renovieren lese ich sowas momentan echt gerne. aber unsere baustelle ist nichts im vergleich zu eurer weil ich ja (wow!) auch alles selber macht, was wir niemals könnten. 3 jahre seid ihr schon dran ? der wahnsinn! bei uns dauert es 4-5 wochen und ich habe jetzt nach 1,5 schon kein bock mehr (also klar wir renovieren natürlich nicht das ganze haus und so) . hast du eine ahnung was der container am ende gewogen hat mit dem holz? und wann könnt ihr voraussichtlich in das haus einziehen?

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