Von der Garage zum Schlafzimmer in 12 Tagen! Unmöglich?

Seit nunmehr 3 Jahren sind wir dabei unser Haus umzubauen. Eine lange Zeit die viele Nerven gekostet hat, die uns aber auch stolz gemacht hat.
Und mit Stolz kann ich nun sagen, dass wir wieder einen Teil fertig bekommen haben. Ich hab fleißig Fotos gemacht, um alles  zu dokumentieren und auch um es hier zu verewigen. Also – bereit für einen Fotoüberschuss?
Männe und ich haben uns für diese Aktion 2 Wochen Urlaub genommen und auch die Eltern von Männe waren eine Woche davon hier um uns zu helfen. Ohne sie hätten wir es sicher nicht so toll hinbekommen. Der Plan war folgender: Wir haben eine gemauerte Garage direkt am Haus, bzw haben wir es seit Jahren nicht mehr als Garage genutzt, sondern eher als Abstellkammer für alles. Wirklich alles! Und obwohl der Trödeltrupp vor ca 4 Jahren schon mal bei uns war und wir die Garage dank deren Hilfe leer bekommen haben, dauerte es nicht lange und Stück für Stück gesellte sich ein Teil zum anderen und die Garage stand wieder voll. Eine kleine Laufspur war das Höchste der Gefühle. Viel Platz, viele Ansammlungen von Gerümpel…
Dadurch, dass wir das Haus in zwei Parteien aufteilen wollen, sollte nun aus der Garage ein Schlafzimmer werden, in das meine Mama dann zieht und wir bekommen ihr altes Schlafzimmer und bauen es als unsere spätere Küche um.
Das Ziel war also in diesen zwei Wochen die Garage mit großem Garagentor zu einem Schlafzimmer mit Fenster umzubauen. Ein wenig hatten wir die Wochen davor schon vorgearbeitet. So hatten wir schon die alte Rigipsdecke runtergerissen, die Dämmung (mal wieder nur dünne Styroporplatten mit Dachpappe) durch dicke Glaswolldämmung ersetzt und den Großteil nach und nach leer geräumt, aussortiert und umgelagert. Auch eine zusätzliche Wand hatten wir schon eingezogen, um das spätere Schlafzimmer von dem Zugang zum Rest des Hauses abzuteilen.
So sah unsere Garage vorher aus:
Links davon ist direkt der Rest vom Haus mit dran.

Relativ schnell standen die ersten Steine aufeinander und während die Männer weiter an der Mauer bastelten, kümmerten wir Mädels uns um den kleinen Vorflur. Um den größtmöglichen Platz im späteren Schlafzimmer zu nutzen, haben wir wie gesagt noch eine Wand eingesetzt und durch eine weitere Aufteilung ihr somit einen begehbaren kleinen Schrank ermöglicht.
Ihr schaut hier praktisch vom Flur im Haus in die ehemalige Garage rein. Gerade zu seht ihr den späteren Kleiderschrank. Die Tür links führt Richtung Keller und rechts geht es dann ins spätere Schlafzimmer. Die Wand rechts und die Wand/Tür vom Kleiderschrank sind also auch neu, das war vorher alles offen. 
Auf diesem Bild erkennt man die Tür rechts etwas besser. Mittlerweile ist auch schon die Tapete dran, die Decke ist gespachtelt und geschliffen und gestrichen, die Wände dadrunter sind auch alle noch mal verputzt damit sie gerade werden, nur der Fußboden fehlt noch (bis heute).
In der rechten Wand hat Männe dann auch seine ganze Elektrik versteckt und dank der tapezierten Klappen sieht man auch nix, wenn diese dran sind. Dolle Sache! Im unteren Loch seht ihr übrigens die Rückseite vom Touchpanel, was Muttern dann in ihrem neuen Schlafzimmer in der Wand integriert hat. Darüber kann sie alles Mögliche im Haus steuern. Und oben im Loch… naja… böhmische Dörfer für mich ^^
Auch wenn der kleine Vorflur grob fertig war, herrschte im Raum an sich noch Chaos. Die Wände sind noch nicht fertig gespachtelt, die Decke ist noch nicht mal ganz geschlossen geschweige denn gespachtelt, links steht noch der alte riesige Tiefkühler… hach es nahm kein Ende.
Das Problem mit dem Tor war, dass natürlich kein Sturz vorhanden war und wir haben zugegebenermaßen nicht nachgedacht und hatten Schwiegereltern über Ostern eingeladen. Feiertage und Baulärm… tolle Mischung! Die armen Nachbarn… also am Ostermontag morgens ganz früh aus dem Bett springen und schnell mal 20 Minuten Megalärm machen, damit die Nachbarn jedenfalls Nachmittags ihre Ruhe hatten. Auf dem oberen Bild sieht man dünn mit Bleistift gezeichnet, wo der Sturz eingesetzt werden soll.

Die Männer haben tapfer weiter geackert und nach und nach nahm das ganze Gestalt an. Juhuuu der Fensterrahmen ist drin und die Wand konnte innen sowie außen verputzt werden!

Nachdem die Wand von außen verputzt war, kam auch schon die Dämmung ran. Innen hat Männe währenddessen Kabel von A nach B verlegt, wieder Schlitze in die Wände gemacht, wieder neue Kabel angeschlossen, verlegt, verdrahtet und was man damit noch so alles machen kann… Ich zuck mal mit den Schultern 😀

Sämtliche Kabel fürs Telefon, die Hausklingel und den Fernsehanschluss wurden damals in die Garage gelegt – logischerweise, denn da hat es ja keinen gestört. Nun hat Männe das alles von einer Ecke  in die andere Ecke gebastelt. Und die Decke ist mittlerweile auch schon geschlossen und der untere Teil der linken Wand verputzt (oberes Foto).
Hier seht ihr dann den halb fertigen Zwischenstand. Die Wand wurde noch mal komplett verputzt, der Kasten links wo die ganzen Kabel drin stecken ist geschlossen, die Decke ist gespachtelt… So langsam kamen wir an unsere Grenzen, denn mittlerweile waren Schwiegereltern auch wieder abgereist und in diesen zwei Wochen hieß es eigentlich nur morgens aufstehen, arbeiten und abends ins Bett fallen. Männe hat mich vor dem Urlaub zur Seite genommen und sprach: „Schatz… die zwei kommenden Wochen werden hart… sehr hart… und ich möchte mich jetzt schon mal bei dir entschuldigen, falls wir uns anschnauzen“ Glücklicherweise hielt sich das Anschnauzen dann doch in Grenzen 🙂
Blöderweise waren auf der anderen Seite des Zimmers immer noch nicht alle Fugen gespachtelt und auch die große Wand ist noch nicht verputzt. So langsam konnten wir es dann auch nicht mehr sehen.

Aber auch die Wand war irgendwann verputzt, die Decke und Wände geschliffen und grundiert und die groben Arbeiten waren damit abgeschlossen. So langsam widmeten wir uns dem „Kleinkram“ der ja gerne etwas länger dauert… Männe beschäftigte sich mit dem verlegen der neuen Heizungsrohre, ich kippte noch ein paar aufgestemmte Löcher im Boden mit Estrich zu und da noch ein halber Eimer übrig blieb, durfte dieser gleich das Loch in unserer Gartenterrasse füllen. Das drin rummantschen konnte ich mir dann nicht verkneifen und so haben wir wieder eine schöne Erinnerung mehr…

Wem es bis jetzt noch nicht aufgefallen ist: Die blöde Tiefkühltruhe steht immer noch im Weg rum  (schleicht sich von Bild zu Bild mit) und Männe und ich versuchten jeden Tag irgendwas aus ihr zu essen und sie damit endlich leer zu bekommen, damit sie raus und auf den Müll kann! Weil wir sie nicht pünktlich zum Umbau leer bekommen haben, mussten wir sie während der Bauphase immer von A nach B schieben. 
Nachdem die Grundierung auf den Wänden und der Decke getrocknet ist, ging es auch schon ans streichen. Was ein Ansporn! Endlich sieht man was, endlich verfliegt dieses Baustellenflair. Endlich das letzte mal Baustaub rausfegen. Was wir in der Zeit an Staub und Dreck und Schleifstaub eingeatmet haben und was sich in unseren Nasen abgesetzt hat… ich erspare euch die Details 😀
Und auch wenn wir mittlerweile ganz schön auf dem Zahnfleisch gegangen sind, war das Streichen für mich noch mal ein riesiger Schritt nach vorne und hat mich ordentlich gepusht. Denn als Männe vor dem Umbau sagte, dass es unser Ziel ist, den Raum im Urlaub fertig zu bekommen, habe ich ehrlich gesagt nicht dran geglaubt. Umso mehr wollte ich es kurz vor dem Streichen schaffen, denn da war die Motivation sehr hoch. Wir können das wirklich schaffen!

Und dann ging es Schlag auf Schlag. Den einen Tag alles einmal gestrichen, den anderen Tag schon die ersten Bahnen Tapete ausgerollt. Am nächsten Tag haben wir den Teppich gelegt, am übernächsten Tag zugeschnitten! Tempo Tempo!
Und dann kam der große Moment. Wir waren fertig! Fertig mit unserem Plan. Wir haben unser Ziel erreicht! Wirklich erreicht! Alle drei standen wir etwas fassungslos im Zimmer, guckten uns um, staunten und fingen an zu erzählen. „Guck mal da oben hing das Regal und da war die Bierzeltgarnitur drauf“ … „Ja und da war gar keine Wand und überhaupt haben wir jetzt ein Fenster hier drin“ … „Ach ich kann mich schon gar nicht mehr dran erinnern, wie es vorher aussah.“
Baff ist wohl das passendste Wort für das, was wir in genau 12 Tagen in kompletter Eigenleistung geschafft haben. Zwar müssen noch die Heizungsrohre lackiert werden, das kleine Stück Fußboden im Vorflur muss noch mit Laminat verkleidet werden, aber das sind Wochenendarbeiten, die ich mal nicht dazu zähle.
Ich bin unglaublich stolz auf meinen Mann, der mal wieder unglaublich viel gemacht hat. Ist er eigentlich „nur“ Elektriker, hat er trotzdem bei allem mitgemacht und hat sich alles, was er vorher nicht konnte selbst beigebracht, sich belesen, probiert und mit unglaublich viel Tatendrang und mitdenken auch umgesetzt bekommen. Ich wüsste nicht, was wir ohne ihn machen würden… Ok beim Tapezieren hat er sich klammheimlich davon geschlichen, das war unser Part 😀
Muddern hat jetzt ein wunderschönes Schlafzimmer mit begehbaren Wandschrank und dem tollsten Technikschnickschnack, den man sich denken kann. Vorsorglich haben wir an den beiden großen langen Wänden mittig Steckdosen und Fernsehdosen hingesetzt, falls sie mal das Bett umstellen will. So hat sie überall Strom und den Fernsehanschluss. Zusätzlich sind in allen Ecken mind. 2 Steckdosen und selbst unter dem Fensterbrett sind rechts und links jeweils eine Steckdose. Perfekt übrigens für die Weihnachtsbeleuchtung… In der Decke und den Wänden befinden sich unendlich viele Kabel, Schlitze wurden in die Wände gemacht (was ne Scheissarbeit!) und wieder zugespachtelt und von all dem sieht man nichts mehr! 
Der Knaller ist aber das Touchpanel was Männe ihr neben die Tür gebaut hat. Darüber kann sie selbst die Steckdosen steuern und einzeln an oder ausschalten, sie kann das Licht in ihrer Wohnung damit steuern und  kann die Jalousie damit bedienen (die anderen Sachen die damit möglich sind hab ich sicher wieder vergessen).
Ich lass jetzt einfach mal die Bilder für sich sprechen und freu mich unendlich, dass wir das so knallhart durchgezogen haben. Jetzt gibt es eine kleine Erholungsphase und im Juli geht es dann weiter mit der nächsten 2wöchigen Großbauaktion…

Und hier noch mal im direkten Vergleich:
Vorher:
Nachher:

Vorher:

Nachher: 

♥♥♥

3 Gedanken zu „Von der Garage zum Schlafzimmer in 12 Tagen! Unmöglich?

  1. FrauBrit

    Krasse Scheiße :-O
    Ich bin echt begeistert *applaus*! Starke Sache und ihr seid zu Recht stolz auf euch.

    Nur für den Lärm am Ostersonntag.. Da hätte ich für geköpft 😉

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  2. Horst

    Das war aber ein ordentliches Stück arbeit! Ich kenn das noch von unserer letzten Umbauarbeit. Das hat sich auch gezogen und irgendwann hat man dann keine Lust und keine Nerven mehr für.

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  3. Omicroner

    Das sieht wirklich beeindruckend aus, was ihr in so kurzer Zeit aus der alten Garage gemacht habt. Fragt sich nur: was macht ihr in Zukunft mit dem ganzen Gerümpel, das ja immer anfällt und bisher in die Garage konnte 😉

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