Die perfekte Gartenparty – eigentlich plane ich nichts!



„Na was ist denn nun?!“


„Wann feierst du denn endlich deinen Geburtstag nach?“


„Haben wir schon einen Termin?“


„Wir haben den Samstag schon fest für euch verplant! Wann sollen wir da sein?!“

 

So oder so ähnlich erreichten mich kurz nach meinem Geburtstag immer wieder Nachrichten per SMS oder über Facebook. Normalerweise laden wir immer zur nachträglichen Geburtstagsparty mit viel Grillen und Spass und Spiel ein. Doch irgendwie hatte ich keine Lust. Ich wollte nicht vorbereiten, wollte nicht planen, sondern einfach meinen Urlaub nutzen um in den Tag hinein zu leben.

 

Aber meistens kommt es ja doch ganz anders als man denkt. Ach was soll der Quatsch, ich wusste doch das es genau so kommen wird. Denn eigentlich mag ich unsere entspannten Gartenpartys. Nicht muss, alles kann. Der Grill steht bereit, die Tischtennisplatte wartet auf ihren Einsatz -gerne mal bis tief in die Nacht (warum habe ich keine fluoreszierenden Tischtennisbälle?) – und wir sitzen im Garten, das Lagerfeuer prasselt und wir quatschen und lassen die Seele baumeln.

 

Also schickte ich eine Einladung raus mit den Worten „Ich will keine Geburtstagsparty, ich will einfach nur nen entspannten Grillabend mit euch ohne viel Schnickschnack. Ich werd mich auch nicht groß ins Zeug legen um irgendwas aufzubauen. Jeder bringt sich ne Scheibe Fleisch mit, Getränke sind wie immer da.“
Bums aus die Maus. Keine großen Aktionen die langes Planen und noch viel längere Vorbereitung benötigen. Ich hab die Rechnung wohl ohne mein zweites ICH gemacht, denn in der Nacht lag ich wach und plante in Gedanken die perfekte Party! Von Dekoration bis Nachtisch sollte alles dabei sein. Pinterest quoll über vor Ideen und ich klickte mich in die höchste Stufe der Planung! Ich erstellte unendlich viele Listen mit Essen. Salat und Soße, und Grillbutter darf auch nicht fehlen. Was ist mit Nachtisch! Hatten wir jemals schon Nachtisch beim Grillen? Es musste einer her! Snacks? Häkchen auf der Liste! Oh und die Dekoration nicht zu vergessen. Wenn wir hier und da ein wenig umbauen und verschieben könnte es klappen. Meine Listen wurden konkreter und schlussendlich zu Einkaufslisten umgewandelt. Der Bestellfinger zuckte und ich bestellte sämtliches Zubehör. Männe musste mit mir durch Einkaufspassagen rennen, weil ich DEN Outdoorteppich gesehen habe, der es unbedingt sein musste! Er buckelte mir geduldig große schwere Blumenkübel von A nach B damit meine Idee von einem Palettentresen Gestalt annahm. Auch diesen schraubte er bereitwillig und ohne meckern zusammen. In seinen Kopf hätte ich trotzdem gern mal geschaut. Immerhin wollte ich ja „nur grillen“.
Mehr Gemütlichkeit war das Ziel. Unsere alten und hässlichen Waschbetonplatten mussten versteckt werden. Bei Depot fand ich zwei wunderschöne blau weiße Outdoorteppiche, die dem Ganzen ein wenig Wohnzimmerfeeling im Freien geben. Bänke und Stühle wurden mit weißen Decken und großen weichen Kissen eingekleidet. Die Tischdecken sind zwei blaue Läufer, auch extra für draußen gedacht. Na merkt ihr schon ein Farbschema? Es geht Richtung Meer.
Links neben der Terrasse steht nun der neue Palettentresen. Schön schmal und perfekt um trotzdem einiges abzustellen. Leider habe ich es dann doch nicht mehr geschafft die Paletten weiß zu streichen, aber das schadet dem Nutzen ja nicht. Der Palettentresen ist das erste DIY was ich euch zeigen möchte und ist ganz einfach herzustellen. Ihr benötigt:
2 Paletten
4 Schrauben 20 cm lang
Akkuschrauber
Gehwegplatten 
 
Die Paletten stellt ihr jeweils mit der normalerweise oberen Seite nach außen zeigend aneinander. Mit dem Akkuschrauber schraubt ihr die 4 Schrauben jeweils in den Ecken fest und fixiert somit die Paletten miteinander. Da die Paletten 120 cm lang sind, würden hier 3 Gehwegplatten a 40 cm drauf passen, oder auch ein passendes Holzbrett. Ich mag den Kontrast zwischen Stein und Holz und glücklicherweise hatten wir sogar eine durchgängige Gehwegplatte in genau den Maßen im Garten liegen. Perfekt!
Habt ihr den Anker gesehen der unten Links im Bild steht? Den haben wir mal beim Floßfahren „geangelt“. Wir haben auf dem See gestoppt und unseren Anker geworfen und als wir wieder weiter fahren wollten und unseren Anker hochgezogen haben, hing dieser mit dran. Seit dem steht er bei uns im Garten als Deko.
Der neue Tresen wurde auch direkt als Tresen genutzt und auch hier findet sich ein kleines DIY was ich euch nicht vorenthalten möchte. Wenn schon denn schon, ich hab richtig losgelegt. Bei Ikea gibt es diese wunderschöne weiße Magnettafel. Sie ist perfekt um kleine Nachrichten zu hinterlassen. Und noch perfekter um sie mit Tafelfolie zu bekleben.
Ihr braucht:
 
1 Magnettafel (Ikea)
1 x Tafelfolie (Amazon)
 
Den zu beklebenden Bereich habe ich auf der Magnettafel ausmessen und auf die Tafelfolie übertragen und dann sauber ausgeschnitten. Dann habe ich vorsichtig die Folie auf die Magnettafel kleben. Das hat bei mir problemlos und ohne Bläschen geklappt. Fertig ist eure kleine Tafel, die mit Kreidestiften immer wieder neu beschriftet werden kann. Zusätzlich ist sie natürlich immer noch magnetisch. Praktisch oder? 
Die Tafel war übrigens die Einladung für eine fruchtige Erdbeer-Mango-Limettenbowle, die ich das erste mal gemacht habe. Sehr lecker und erfrischend sage ich euch. In dem tollen Zapfhahnglas kam sie besonders gut zur Geltung und passte perfekt auf den neuen Tresen. Das Rezept stelle ich euch am Ende des Blogs zur Verfügung. Passend mit all den anderen tollen Rezepten, die ich euch gleich noch vorstellen werde.
Das alte Fenster welches ich aus der Nähe von Hamburg von einem alten Bauernhof habe, kommt super zur Geltung und lässt sich auch prima mit den Kreidestiften beschriften. Das nächste DIY ist so einfach, dass man fast nicht drauf kommt. Und alles habt ihr zu Hause griffbereit, da bin ich mir sicher:
DIN A 4 Papier
Süssigkeiten
Kindheitsbastelerinnerungen
 
Faltet einfach ein paar kleine Schiffchen aus verschiedenen Papiergrößen. Sie sind perfekt um sie mit kleinen Snacks zu füllen! Ich habe passend zum Thema Ahoi Brausebonbons ins große Schiff getan, aber auch Nüsse oder Smarties passen super. Ein echter Hingucker und so schnell gemacht!
Das Thema Meer habe ich bei der Tischdekoration weitergeführt. Ein einfaches silbernes Tablett habe ich mit Muscheln, Steinen, Sand und einem kleinen Segelboot in die Mitte gestellt. Die Läufer in dem hellen Blau heben sich super vom weißen Tisch ab und mit den wunderhübschen Tellern und kleinen Bootstischkärtchen ergeben sie ein wunderbar harmonisches Gesamtbild. Wir erinnern uns: eigentlich wollte ich ja nichts planen…
Diese Tomatenbutter ist übrigens eine der leckersten die ich je gegessen habe und ein Alltimefavorite meinerseits. Sie schmeckt so würzig intensiv nach getrockneten Tomaten in Verbindung mit der cremigen Butter. Und das obwohl gar keine getrockneten Tomaten dabei sind. Hier spielen nur Butter, Tomatenmark, Zitrone, Basilikum und Salz und Pfeffer die Hauptrolle. Sie ist superschnell gemacht und auch perfekt als kleines Mitbringsel wenn man mal selber auf eine Gartenparty eingeladen ist. Ob nun langsam schmelzend auf dem frisch gegrilltem Stück Fleisch oder auf dem Fladenbrot – die Butter ist der Knaller! Auch hierzu habe ich euch das Rezept am Ende des Blogs aufgeschrieben. Ich seh doch wie euch das Wasser im Mund zusammenläuft!
Von der Butter zur Soße, oder auch: wenn schon denn schon. Wenn ich schon eine selbst gemachte Tomatenbutter in schöner Schale anbiete, will ich auch nicht die langweiligen gekauften Ketchupflaschen auf dem Tisch stehen haben. Also habe ich auch noch eine Grillsoße selber gemacht. Die hübschen Gläser bekommt man momentan fast überall und auch hier kam wieder der Kreidestift zum Einsatz. Die Soße besteht aus Ketchup als Basis, gefolgt von vielen Gewürzen und Kräutern, ein wenig Sambal Olek für die Schärfe und Honig für die Süße. Diese Soße ist keineswegs langweilig und passt perfekt zu Gegrillten. Aber auch wenn sie nicht ganz aufgegessen wird, kann sie super beim nächsten Gulasch weiterverarbeitet werden. Sie lässt sich, genau wie die Tomatenbutter, super einen Tag vorher vorbereiten und nimmt so schon mal ein wenig den Druck raus, dass man alles genau an dem Partytag erledigen muss.

 

Details sind auch immer ein sehr wichtiges Thema. Ohne Details ist alles doof. Ist doch so oder? Stellt euch mal vor anstatt der hübschen Teller mit den kleinen Booten würden normale Teller stehen. Oder die kleinen Porzellanboote die als Platzkartenhalter dienen würden Enten sein, die Servierten wären belanglos weiß und die Tischtuchhalter wären keine Anker oder Boote, sondern die guten alten 90er Jahre Obstanhänger. All das würde die Harmonie des Bildes und vor allem auch der realen Stimmung stören. Nichts würde wirklich zusammenpassen und auch keinen Sinn für ein Motto ergeben. Während Männe nur verständnislos mit dem Kopf geschüttelt hat, bin ich beim Aufbauen und dekorieren regelrecht aufgegangen. Die grob geflochtenen Telleruntersetzer erinnern an dicke Tauseile und allein das sie so gut auf den Tisch zu den anderen Sachen passen macht mich einfach glücklich und ich steh freudig in die Hände klatschend vor dem Tisch um mein Gesamtwerk zu feiern. Mädels Butter bei die Fische – IHR VERSTEHT MICH ODER?

 

Als ich vor einigen Jahren von meiner damaligen Vorgesetzten das Rezept für dieses Kastenweißbrot mit Kräuterbutter bekommen habe, war ich im 7. Himmel. Seit dem gibt es kein anderes Brot mehr bei mir zum Grillen und mittlerweile wird es auch von unseren Freunden regelrecht verlangt und eingeatmet. Selten bleibt etwas übrig. Es ist so simpel aber so unglaublich lecker. Die selbst gemachte Kräuterbutter aus einer Hand voll Zutaten zieht so wunderbar saftig in jede einzelne Scheibe des Brotes ein. Damit ist es innen wunderbar weich und würzig und außen kross und knackig. Das Brot wird im Ofen gebacken und nimmt somit keinen Platz auf dem Grill weg. Nicht das ihr jetzt in Panik verfallt, was hier das große Geheimnis ist – auch dieses Rezept habe ich euch aufgeschrieben und ihr findet es am Ende des Blogeintrages. Ich garantiere euch, es wird auch bei euren Grillabenden zu einem absoluten Klassiker!

 

Kein Grillen ohne Salat – vorzugsweise Nudelsalat. Auch dieses Rezept war eher Zufall und von einem Kollegen geklaut. Er hatte den Salat auf Arbeit mitgebracht und konnte unseren treuen Augen und dem tropfenden Zahn nicht widerstehen und musste uns was abgeben. Ich sage euch DAS ist genau der Salat den ich immer gesucht habe! Und nach einigem Betteln und Winseln hat er auch das Rezept rausgerückt. Der Nudelsalat schmeckt wunderbar würzig, enthält getrocknete und frische Tomaten und aus dem Öl der getrockneten Tomaten in Verbindung mit Tomatenmark, Kräutern und Knoblauch wird so ein wunderbares Pesto, was die Nudeln einzigartig schmecken lässt. Die Kombination mit Rucola und Parmesan gehört eh zu meinen Liebsten und ist bei Nudelsalat nicht mehr wegzudenken. Seid ihr auch so Nudelsalatverrückt wie ich?
So und wer von euch war nun ein aufmerksamer Leser und hat bei den Fotos ein wenig genauer hingeschaut und dieses Prachtstück von Nachtisch entdeckt? Allein wenn ich mir die Bilder ansehe läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen!

 

Diesen gigantische Himbeer-Blaubeer-Trifle habe ich nachdem wir alle vollgefuttert von Nudelsalat, Grillfleisch und -würstchen und Brot mit Kräuterbutter waren, demonstrativ auf den Tisch gestellt. Bauch haltend und schnaufend wurde die Schale kritisch begutachtet. Was ist das? Das soll schmecken? Eigentlich sind wir doch alle satt..
Genauso eigentlich wie ich keine durchgeplante und organisierte Party machen wollte, war die Meute anscheinend auch „satt“. Nachdem ein Vorkoster sich vorsichtig angenähert hatte und mit leuchtenden Augen immer wieder den nächsten Löffel genüsslich in den Mund steckte, wagten sich die anderen dann langsam auch ran. „Aber nur einen kleinen Löffel voll bitte – nur mal zum kosten!“ Nunja noch zwei oder drei volle Löffel Nachschlag holen zählt dann wohl nicht dazu. Ich grinste mir eins und schaufelte mir auch noch eine zweite Portion auf den Teller. Wenn Nachtisch so gut schmeckt, dass man nur noch seufzen kann vor Glück ist es auch piepegal wie voll gefressen man davor ist. Nachtisch geht IMMER!
Den Trifel habe ich am selben Tag gemacht, damit er möglichst frisch bleibt, da hier unter anderem Sahne verwendet wird. Grundlegend ist er aber wirklich schnell gemacht und braucht nur ein paar einfache Zutaten die ihn in eine wahre Geschmacksexplosion verwandeln!

 

Der Tag war wie immer gelungen, wir alle waren pappsatt und glücklich. Schöner hätte es nicht sein können. Ich bin froh, dass wir doch gefeiert haben und ich meinen Gastgeber/Deko/Rezeptewahn ausgiebig ausleben konnte.

 

Ich hab für euch alle Rezepte zu einem PDF zusammengefügt, so könnt ihr euch gleich alles auf einmal ausdrucken und habt es immer beisammen. Die DIY Projekte habe ich nicht noch mal extra zusammengefasst, aber ihr könnt ja immer wieder hier auf dem Blog nachschauen um einen Palettentresen, kleine Snackboote oder eine DIY Tafelfolienmagnetwand für eure nächste Party nachzubasteln. Ich fand alle Projekte sehr einfach und vor allem schnell umzusetzen. Die Rezepte sind ohne komplizierte Zutaten vorzubereiten und eigentlich fehlen dann nur noch die Gäste und eine laue Sommernacht für ganz viel Spass, Essen gute Gespräche, knisterndes Lagerfeuer und einem Nachtisch der trotzdem noch rein passt!
Um das PDF runterzuladen klick einfach auf das Bild. Ich wünsch euch einen tollen Sommer ♥

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5 Gedanken zu „Die perfekte Gartenparty – eigentlich plane ich nichts!

  1. Myrchens-Welt

    Tolle Bilder und tolle Deko, bei der Grillparty wäre ich zu gerne dabei gewesen. 🙂 Danke auch düe die tollen Rezepte! Kann es sein, dass das fürs Kastenbrot fehlt? Ich habe es zumindest in deiner pdf nicht gefunden. LG 🙂

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  2. Myrchens-Welt

    Ach, dann bin ich einfach nur ein bisschen doof, ich dachte, es gäbe ein Rezept für das Brot, auf die Idee, dass man einfach eins kauft, bin ich gar nicht gekommen, 😀 Danke!

    Antworten
  3. ireensteinweg

    Lach ja da mach ich es mir einfach und kauf ein fertiges 🙂 Achte aber drauf das es ein Kastenweißbrot ist und kein Toastbrot, das macht noch mal nen Unterschied im Geschmack. Oder du backst halt wirklich eins selber. Geht natürlich auch

    Antworten

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