Sheego Kurvenstars 2017 – Ich bin dabei!

Gelangweilt starre ich auf meinen Bildschirm und schau dem blinken meines Cursors zu, der im Googlefeld gleichmäßig seinem Takt nachgeht. Kennt ihr solche Momente, wo ihr nicht mehr wisst, wonach ihr im Internet suchen, oder was ihr euch ansehen sollt? Wer hätte gedacht, dass das wirklich mal passiert, aber ich war ratlos was ich googlen wollte… Die pure Langeweile.
 
Irgendwie sprang der Gedanke „Fotowettbewerb“ in meinen Kopf und ich hänge zusätzlich noch den Begriff „Plussize“ mit ran. Und 3 Minuten später stöberte ich über die Sheego Website, die tatsächlich noch einen laufenden Wettbewerb hatte, in dem sie 12 Kalender-Plussize-Mädels suchten. Fotografiert von Kristian Schuller, dem Modefotografen schlechthin! Und nur noch 3 Tage bis die Anmeldefrist verstreicht. Ach was solls, ich kann ja mal ein Bild einsenden. Also baute ich alles auf, schmiss mich ins Outfit und schickte am Abend meine Bilder inklusive ein paar Daten ab.
         
Umso erstaunter war ich, dass einige Zeit später tatsächlich eine Antwort kam. Unter 2300 (!) Bewerbungen sei ich unter den letzten 100 Kandidatinnen und soll mich in einem Video, was max. 1 Minuten lang sein soll, vorstellen. Vorgegeben waren High Heels, ein bestimmtes Outfit und die Bitte ein paar Schritte zu laufen, plus ein wenig von sich zu erzählen. Na halleluja! Das Video zu drehen war eine reine Katastrophe. Zwei verschiedene Videos haben wir versucht auf die Beine zu stellen, eins davon Outdoor in einer so verlassenen Ecke wo ich dachte, da können gar keine Menschen sein. Können sie doch! Zu Hauf! Und die können einen anstarren, während man versucht drei vernünftige Sätze in die Kamera zu säuseln. Nicht zu vergessen, dass ich den Akku für die Kamera zu Hause vergessen habe, und mir das erst aufgefallen ist, als wir schon am Drehort angekommen sind. Gnah! Also startete der zweite Versuch dann doch zu Hause. Mittlerweile war es Mittag und ich hatte immer noch nichts gegessen. Mir war schummerig, die über 30 Grad machten mir auch ganz schön zu schaffen und wieso zur Hölle war die Hose so eng und brachte mich zusätzlich auch noch zum Schwitzen?! Vier Versuche später hatte ich die Nase voll. „Wir nehmen das jetzt so wie es ist und ich schneid da was zusammen! Ich hab Hunger und mir läuft die Suppe den Rücken runter! Basta!“ quakte ich und schälte mich aus meinen Klamotten und den 12 cm Absatzschuhe um erschöpft aufs Sofa zu fallen.
Am Abend gabs dann noch beim Zusammenschnitt des Videos den ein oder anderen Nervenzusammenbruch meinerseits, aber irgendwann schickte ich das Video dann ab und sagte zu mir „Entweder wird’s was, oder nicht. Immerhin bin ich schon unter den letzten 100! Das ist toll und hätte ich nie erwartet“.
Die Tage verstrichen und das Video war aus meinen Gedanken verschwunden. Ich war gerade auf der Arbeit und war in ein Gespräch mit meiner Kollegin und der Chefin vertieft, als mein Handy mit einer unbekannten Nummer klingelte. Misstrauisch ging ich ran und kriegte nach einer kurzen Vorstellung die Frage zu hören „Ich denke, du weißt warum ich anrufe? Kristian Schuller und Miyabi Kawai haben dich unter den eingesendeten Videos für das Kurvenstars Shooting ausgewählt! Du bist dabei!“ Meine Augen mussten mir aus dem Gesicht gefallen sein, denn meine Chefin und meine Kollegin guckten mich leicht verdattert an. Schnell rannte ich aus dem Büro, um den Rest vom Gespräch halbwegs konzentriert folgen zu können. WAS? Ich bin dabei? Unter den letzten 18 Mädels? Ich mache ein professionelles Fotoshooting mit? Mir wurde augenblicklich flau und heiss und kalt zugleich.
Am 10. September war es dann soweit, das Shooting ging los! Zuvor traf ich schon 5 von den 18 Mädels, da wir jeweils an 3 unterschiedlichen Tagen in 6er Gruppen geshootet wurden. Die Mädels waren alle nett und glücklicherweise genau so aufgeregt wie ich. Staunend trafen wir um kurz nach 7 Uhr morgens in der Shootinglocation ein. Irgendwie unwirklich und doch real. Die Aufregung stieg und die Vorfreude auch. Meine Güte! Wann hat man als Normalo schon mal so eine Chance? Zuerst gab es ein leckeres Frühstück und uns wurde der Tagesablauf erklärt. An einer großen Pinnwand waren unsere eingesendeten Bilder inkl. ein paar Daten hinterlegt und auch das ungefähre Outfit, was wir beim Shooting tragen würden. Etwas verdutzt starrte ich auf mein Bild… Was will der Künstler mir damit sagen?!
Ich bin die Letzte an diesem Tag und konnte so schon vorab die anderen Mädels beim Shooten beobachten. So langsam wird mein Make Up und meine Haare vorbereitet. Aufgeregt bin ich mittlerweile nicht mehr. Ich weiß was mich erwartet und freue mich vor der Kamera zu stehen. Und glücklicherweise hatte sich nun auch geklärt, welches Kleid ich tragen würde. Es ähnelt sehr der Zeichnung neben dem Bild.
Nachdem ich von Kristians Frau in mein Outfit gesteckt wurde – und das wortwörtlich mit gefühlten 300 Sicherheitsnadeln – tippelte ich zum Set, stellte mich in Position und wartete auf die Anweisungen von Kristian Schuller. Ein Outfitwechsel steht an und wieder hüpfe ich – diesmal im Badeanzug – vor die Kamera und versuche die mir zugeworfenen Anweisungen halbwegs sinnvoll umzusetzen. Gar nicht so einfach sag ich euch! Etwas später ist alles im Kasten, ich ziehe mich um und gehe glücklich nach Hause. Was für ein Erlebnis! So viele Eindrücke, so viele nette Menschen. Das ganze Team war herzlich, locker und es kam nie das Gefühl auf, dass wir „nur so nebenbei“ laufen. Wir Mädels waren alle ein kleiner Star für einen Tag. Aufgeregt fieberte ich dem Finale 2 Wochen später in Hamburg entgegen, denn meine Bilder habe ich in der Hektik des Feierabends überhaupt nicht gesehen. Ich wusste also nicht wie sie wirkten, ob der Fotograf zufrieden war, ob sie mir gefallen würden. Das machte das Ganze noch spannender!
Als ich zwei Wochen später in Hamburg angekommen bin, war ich voller Vorfreude aufs Wiedersehen mit all den Mädels und auch mit der PR-Managerin Andrea Brandner und ihren zwei tollen Mädels Flora und Jacqueline. An diesem finalen Abend werden die 12 Gewinner gewählt, die in den Kalender kommen. Aber egal ob ich nun in den Kalender komme oder nicht, ich bin unter den letzten 18 Mädels, durfte ein großartiges Fotoshooting mitmachen und bin auch bei dem Galaabend mit dabei. All meine persönlichen Ziele habe ich somit erreicht.
Also wurde sich im Hotel aufgerüscht und um 17:30 Uhr wurden wir zur Location gefahren. Kurz nach 18:00 Uhr treffen immer mehr Gäste ein. Wir laufen mit großen Augen durch die Ausstellung und bewundern die ausgestellten Bilder von allen 18 Teilnehmerinnen. Die Bilder sind wahnsinnig schön in Szene gesetzt. Kristian ist einfach ein Vollprofi. Und dann kommt der Moment – ich sehe mein Bild zum ersten mal. Es steht sogar im Schaufenster. Jeder der auf der Straße vorbei läuft kann mich also sehen. Und in der Ausstellung selber hänge ich auch noch mal. Ich finde es irgendwie unwirklich mich dort auf dem Bild zu sehen und denke gleichzeitig, dass ich dringend was gegen meine Winkearme unternehmen muss. Ein wenig muss ich lachen, immerhin gehört das ja auch zu mir und damit zu den Kurvenstars. Ich verschiebe das Armtraining in Gedanken auf nächstes Jahr und freue mich einfach über alles und jeden an diesem Abend!
(Bild im Schaufenster)
Kristian Schuller kommt uns entgegen, wir begrüßen uns und quatschen ein wenig. Die Stimmung ist ausgelassen und entspannt. So mag ich das. Keine große Show, einfach ein entspanntes und schönes Miteinander. Miyabi Kawai und Anna Scholz laufen auch entspannt durch die Menge, quatschen hier und da und auch mit uns. Hayley Haselhoff ist auch mit dabei, schaut sich die Ausstellung an, posiert für die Fotografen und gibt Interviews fürs Fernsehen. Ein wenig könne wir auch mit ihr sprechen, ich bin begeistert was für eine liebe Person sie ist, fast sogar zurückhaltend. Sie bewundert unsere Fotos und macht sogar ein Bild mit ihrem Handy von uns und unseren Bildern.
So langsam wird es unruhiger, die Organisatoren laufen hektisch umher und wir merken, dass es langsam ernst wird. Die Finalisten der Kurvenstars werden gewählt. Eine kleine Rede folgt und relativ schnell geht es los mit der Verkündung. Oder war die Rede doch länger? Ich habe kein Zeitgefühl mehr, mir tun die Füße weh in den neuen, noch nicht eingetragenen Schuhen und gebannt lausche ich jedem Wort. Die ersten zwei Mädels haben ihr Siegerbild erhalten und stehen strahlend auf der Bühne. Sie sprudeln praktisch über vor Freude! Ich freue mich mit ihnen, freue mich über den Abend, die tolle Stimmung und das ich das alles miterleben darf. Und plötzlich stupst mich Manuela, mit der ich schon viel Zeit beim Shooting und auch an diesem Abend verbracht habe, von der Seite an und grinst verschwörerisch. „…so sportlich, so ein großartiger Ausdruck im Gesicht, die nächste Gewinnerin ist Ireen!“ höre ich nur noch ganz weit weg und stakse mit schmerzenden Füßen Richtung Bühne, werde mit Küsschen beglückwünscht und erhalte mein Bild. Ein kurzer Dreh um vor den Fotografen zu posieren und ich wanke völlig benommen als dritte Gewinnerin zu den zwei wartenden Mädels. Ich dachte nicht, dass sich meine Laune noch steigern könnte, aber da steh ich nun. Eine von 12! Von 2300 Bewerbern und halte mein Bild in den Händen, grinse übers ganze Gesicht und wünsche mir nichts sehnlicher als endlich diese Schuhe auszuziehen.
  

 

(Hayley Hasselhoff)
Nachdem alle Gewinnerinnen gekürt wurden, wurden noch zahlreiche Fotos gemacht. Schaut hier, lächelt dort hin, noch mal in Position bitte! Wie im Film läuft alles an mir vorbei, aber normalerweise stehe ich auf der anderen Seite und nicht im Mittelpunkt. Seltsam und doch großartig!
Die Veranstaltung neigt sich einige Stunden später dem Ende und wir werden ko aber glücklich mit unserem Bild und einem wunderschönen Blumenstrauß ins Hotel zurück gefahren. Ich brauche noch 2 Stunden um all das halbwegs zu verarbeiten, schaue immer wieder auf mein Bild, dusche ausgiebig und falle danach ins Bett. Eine wunderbare Zeit geht zu Ende und ich freue mich riesig auf den Kalender. Manchmal sind die spontanen Ideen doch die Besten ♥

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2 Gedanken zu „Sheego Kurvenstars 2017 – Ich bin dabei!

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